Europameisterschaft PPC1500 2026 in Budweis

Die Europameisterschaft PPC1500 2026 fand in Tschechien auf der Schießsportanlage in Borek bei Budweis statt. Mit insgesamt 32 50-Meter-Schießständen konnte das Team rund um Milan Zabloudil die enorme Teilnehmerzahl von 189 Schützinnen und Schützen professionell abwickeln. Insgesamt wurden in den verschiedenen Disziplinen 1.358 Starts absolviert. Zusätzlich standen 2 Team-Matches sowie 4 Nationen-Matches auf dem Programm.

Die Rahmenbedingungen waren dabei alles andere als einfach. Bei sengender Hitze und Temperaturen von über 40 °C im Schießstand kamen sowohl die Teilnehmer als auch das Material an ihre Grenzen.

Mit dabei waren auch vier Schützen der Schützengilde Lustenau: Norbert Fertl, Martin Mohr, Wolfgang Mohr und Mario Bentele.

Für Mario war es eine durchwachsene Woche mit vielen Höhen und Tiefen. In der Gesamtwertung konnte er Overall mit Platz 9 im Open Match, Platz 11 im Distinguished Revolver, Platz 14 im Revolver 1500 Optical Sight und Platz 15 im Standard Semi Auto Pistol 3,7″ mehrere sehr gute Platzierungen erreichen.

Besonders knapp ging es im Teammatch Revolver zu. Gemeinsam mit seinem Teampartner Walter Selb von der USG Bludenz-Bürs erreichte Mario Ringgleichheit mit den deutschen Schützen Ralf Vanicek und Roman Hauber. Da das deutsche Team jedoch ein X mehr erzielen konnte, mussten sich die beiden Österreicher mit dem 4. Platz begnügen.

Höhepunkt der Woche war die Nominierung für das Nationenmatch. Jedes Land kann in den vier Hauptdisziplinen jeweils zwei Schützen nominieren. Mario ging dabei gemeinsam mit dem Weltklasseschützen Bernhard Paul im Nationenmatch Revolver Optical für Österreich an den Start. Mit lediglich zwei Ringen Rückstand auf Norwegen erreichte das österreichische Duo wieder knapp den 4. Platz.

Eine Besonderheit bei PPC1500 ist die zusätzliche Wertung nach Leistungsklassen.

Mario war in den klassischen Disziplinen als Master klassifiziert und konnte sowohl im Open Match als auch im Distinguished Revolver die Bronzemedaille gewinnen.

Für die drei Schützen, die erst im vergangenen Jahr zum PPC-Sport dazugestoßen sind, war die Europameisterschaft bereits die zweite Großveranstaltung. Nach den ersten Erfahrungen im Vorjahr konnten sie erneut wertvolle Erfahrungen sammeln und gleichzeitig mit guten Ergebnissen aufzeigen.

Wolfgang trat im Revolver und Revolver Optical Sight bereits in der Masterklasse an. Mit der Pistole startete er als Expert, bei der Pistole Optical Sight als Sharpshooter.

Sein sportliches Highlight war der sensationelle 10. Platz Overall im 5-Shot Match.

Leider reichte dies in der Masterklasse nur für den undankbaren 4.Rang.

So konnte Wolfgang bereits in seinem zweiten Jahr in der Masterklasse mit weiteren guten Ergebnissen überzeugen und lässt damit viel für zukünftige Veranstaltungen hoffen!

Martin konnte sportlich mit einer beeindruckenden Medaillenausbeute nach Hause reisen. Mit einer Goldmedaille in der Disziplin Revolver Optical Sight als Sharpshooter, Silber im Open Match sowie Bronze im SSAP 3,7″ und SR 2,75″, die er jeweils in der Expert-Klasse erreichte, konnte er gleich mehrfach Podestplätze erringen. Dazu kamen noch weitere Platzierungen in den Top 5 mit einem 4. Platz und zwei weiteren 5. Plätzen in der Expertklasse.

Norbert knüpfte nahtlos an Martins Erfolg an und durfte sich ebenfalls über Gold freuen. Als Sharpshooter im Revolver sowie als Expert mit Pistole und Pistole Optical Sight zeigte er über die gesamte Wettkampfwoche hinweg starke Leistungen. Besonders eindrucksvoll war sein Sieg mit dem Servicerevolver, mit dem er sich die Goldmedaille sicherte. Auch sein davonfliegender Timer, der ihm während des Schießens ums Handgelenk wirbelte, hielt ihn nicht davon ab sich im Open Match den 3. Rang und somit Bronze zu sichern.Im Distinguished Revolver belegte er knapp den 4. Rang. Seine konstant starke Form unterstrich er mit weiteren Top 10 Platzierungen im Optical P1500 sowie im SSAP 5,5″ und 3,7″.

Jede Großveranstaltung hat ihren eigenen Charakter, und gerade das Schießen auf Freiluftständen bringt ganz eigene Herausforderungen mit sich. Man ist der Natur und den Wetterbedingungen unmittelbar ausgesetzt und so war in Budweis von strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 40 Grad bis hin zu strömendem Regen und Gewittern alles dabei.

Solch eine Großveranstaltung bietet auch die Möglichkeit, sich direkt mit Schützen aus dem internationalen Teilnehmerfeld zu messen und das eigene Leistungsniveau im internationalen Vergleich einzuordnen.

Natürlich bestand die Woche nicht ausschließlich aus Schießen, Schießständen und Ergebnislisten. Bei Temperaturen von über 40 °C war die Klimaanlage im Hotelzimmer schnell eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale.

Das Clarion Hotel schien Wolfgang überhaupt besonders gut zu gefallen. Es schien, als  wollte er den Lift gar nicht mehr verlassen und wurde deshalb von uns, zugegebenermaßen nicht ganz freiwillig, zu einer ausgedehnten Lifttour durch sämtliche 18 Etagen eingeladen.

Wenn nach einem langen Wettkampftag noch etwas Zeit blieb, wurde natürlich auch das Budweiser Stadtleben erkundet. Die tschechische Küche, das hervorragende tschechische Bier und die überaus freundlichen Bedienungen boten gemeinsam mit den Schützenfreunden aus Österreich die perfekte Gelegenheit, den Tag in geselliger Runde ausklingen zu lassen.

Die Europameisterschaft in Budweis war eine harte, lange und extrem heiße Woche, die uns sportlich einiges abverlangt hat. Gleichzeitig war sie geprägt von starken Ergebnissen, neuen Erfahrungen, spannenden Matches und vor allem von viel Kameradschaft und Spaß.

Mit mehreren Medaillen und zahlreichen guten Platzierungen kann die Schützengilde Lustenau auf eine erfolgreiche Europameisterschaft zurückblicken.